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Meditativer Tanz
In einer Zeitschrift für Lehrerinnen von 1932 wird eindrücklich vor den Gefahren des neuen Tanzens gewarnt: Dieser Tanz „ist mit ungebührlichem Gestampfe verbunden und greift den Frauenorganismus besonders dann an, wenn von den Tänzerinnen enge Schuhe mit spitzen Absätzen benutzt werden:“ („Evangelische Lehrerinnen-Warte“)
In der Hufeland Klinik verzichten wir beim Tanzen auf jedwede Schuhe. Die nur mit Socken bekleideten Füße können den Kontakt mit dem Boden besser wahrnehmen. Gelegentlich stampfen wir dabei, um den Grund unter den Füßen besser zu spüren - aber wir versuchen auch beim Tanzen von der „Leichtigkeit des Seins“ zu kosten. Verwurzelt auf der Erde und offen zum Himmel hin, könnte dabei das Motto sein.
Im Laufe der Jahre ist beim „Meditativen Tanz“ in der Hufeland Klinik eine ganz eigene Mischung entstanden: Meditative Kreistänze zur Musik von Joh. Seb. Bach, volkstümliche Tänze wie der griechische Sirtaki, geführte Bewegungsimprovisationen mit zeitgenössischer Musik oder afrikanischen, indianischen Klängen sind Elemente, die sich in jeder Tanzstunde auf eigene Weise verbinden. Im Unterschied zu der Warnung der Deutschen Lehrerzeitung von 1932 haben wir die Erfahrung gemacht, dass diese Art des Tanzens nicht nur dem „Frauenorganismus“, sondern auch Männern gut tut (wenn sie denn kommen ...). Beim Tanzen können wir unsere Sorgen und schweren Gedanken leichter loszulassen, unseren Körper genussvoller spüren und uns einschwingen auf die heilsamen Frequenzen der uns bewegenden Musik.
Es gibt keinerlei sportliche oder tänzerische Voraussetzungen. Wer Lust auf Tanz und Bewegung nach Musik hat ist willkommen. Das Gruppenangebot „Meditativer Tanz“ findet gewöhnlich am Donnerstag um 19 h oder 16.30 h statt.
Martin Weichert, der das Meditative Tanzen leitet, ist Theologe und Pädagoge und unterrichtet am Gymnasium in Lauda Evangelische Religion, Englisch und Tanztheater. Neben der schulischen Arbeit ist er für das Regierungspräsidium Stuttgart (Abteilung Schule) als Fachberater für Religion tätig.
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